Die Idee für einen Wahl-Informations- bzw. Wahlprogramm-Übereinstimmungs-Test kam aus den Niederlanden. Dort gibt es seit 1989 den "StemWijzer" des Instituut voor Publiek en Politiek (IPP) in Papierform. Den interaktiven Online-Test gibt es seit 1998. Von dort aus kam die Idee mit der Zeit auch in andere Länder. In Deutschland gibt es z.B. den „Wahl-O-Mat“en der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) seit der Bundestagswahl 2002.
Heute gibt es einige verschiedene Versionen von "Wahl-o-maten", also Tests, bei denen Fragen über die Haltung des Testnutzers zu verschiedenen politischen Fragestellungen beantwortet werden können. Aufgrund der Antworten, die meist mit "Stimme zu", "Stimme nicht zu" oder "Enthaltung"/"Keine Meinung"/"Neutral" bewertet werden können, erstellt das Programm am Ende eine Übereinstimmungs-Tabelle, auf der ein Gesamt- und ein Detailergebnis angesehen werden kann. So werden die Übereinstimmungen des Nutzers mit den Positionen der im Test verwendeten Parteien verglichen und eine Rangfolge nach Ähnlichkeit der Meinungen erstellt.
Obwohl das Programm (verständlicherweise) nicht alle Fragen bzw. Themenfelder im Detail abfragt, kann der Nutzer (ohne Gewähr) so eine mehr oder weniger präzise Information über die eher zu seiner Haltung passende Partei erklicken.
Nachteile:
- Die in den Tests verwendeten Fragen sind manchmal zu holzschnittartig bzw. zu allgemein formuliert, so dass man teilweise nicht sehr präzise antworten kann.
- Die in den Tests aufgenommenen Positionen bzw. Parteien sind oft (nicht immer) nur die „Großen“, bzw. etablierten Parteien, deren Positionen auch schon vorher vielfach bekannt sind.
Fazit:
Wer sich genauer informieren möchte sollte auch weiterhin eventuell die konkreten Parteiprogramme (vielleicht auch in Auszügen) lesen und sich in den verschiedenen weiterführenden Informationsangeboten umsehen.
Zum Einstieg in eine nähere Betrachtung der politischen Fragen und Parteipositionen zu anstehenden Wahlen und zur Weckung von Neugierde und Interesse an demokratischen Prozessen ist das Programm aber sehr gut geeignet. Es macht eventuell auch nicht so sehr an konkreten politischen Inhalten interessierten Menschen Spaß, sich interaktiv und ohne große Recherche über politische Positionen und Wahlkampfthemen zu informieren.
Zur Europawahl gibt es derzeit mehrere Wahl-Tools, so u.a.:
Deutschland:
http://www.bpb.de/methodik/XQJYR3,0,0,WahlOMat_.html
Österreich:
http://wienerzeitung.at/wahlmaschine/
http://www.wahlkabine.at/
EU:
http://www.votematch.eu/
http://www.euprofiler.eu/
Seba96 - 10. Mai, 15:59